Die neue Ausgabe segelfliegen 05-2020 ist da!

Und wieder mit vielen Top-Themen, wie zum Beispiel:

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich einmal auf einem öffentlichen Vortrag die Ostalpen, meine fliegerische Heimat, als das „komplexeste Fluggebiet Europas“ charakterisiert habe. Für mich war das eigentlich sogar eine vorsichtige Untertreibung – ich habe darüber hinaus nämlich auch nirgendwo in Afrika, Australien oder gar Neuseeland eine annähernd so große Vielfalt an meteorologischen Herausforderungen und flugtaktischen Möglichkeiten erlebt wie „dahoam“. Dennoch waren nicht alle Zuhörer damals mit meiner Einstufung einverstanden. In zahlreichen Diskussionen wurden mir die Schottischen Highlands, die Pyrenäen (Gebiete, in denen ich zugegebenermaßen noch nie geflogen bin), oder auch einfach die zentralen deutschen Mittelgebirge mit all ihren Tücken, Ansprüchen und Problemstellungen aufgemalt. Ich finde dies nach wie vor eine interessante Diskussion, deren Ergebnis ruhig offen bleiben kann – schließlich kann man den tatsächlichen Schwierigkeitsgrad eines Fluggebietes kaum objektiv messen, und außerdem ist es ja auch kein Wettbewerb, herauszustellen wo denn am Ende die größeren Herausforderungen lauern. 
Dennoch – als ich am 24. Juni um 20 Uhr mit meiner LS1-f neo in Königsdorf ausrollte und langsam die Anspannung ablegte, die ich in den letzten neuneinhalb Stunden von Berg zu Berg, von Wolke zu Wolke aufgebaut hatte, da musste ich wieder einmal an diese alten Überlegungen denken. Als ich danach das Barogramm meines Fluges betrachtete, fiel mir auf, dass man Komplexität vielleicht doch irgendwie messen kann: Ich hatte heute gehofft, gebangt, gejubelt, gelitten, geschwitzt, gefroren und geflucht, und das alles war auf diesem speziellen Höhenschrieb sehr deutlich festgehalten. Die Berge hatten mich wieder einmal technisch, emotional und meteorologisch an meine Grenzen gebracht. Schon auf den ersten Blick, ohne besonderes Hintergrundwissen, lässt sich das Barogramm einwandfrei in sieben verschiedene Flugabschnitte einteilen. Die gnadenlose Geschichte dieser sieben Phasen – auch wenn ich schon tausende Flugstunden zuvor auf ähnlichen Routen verbracht hatte – kann man mit Worten kaum wiedergeben. Aber ich will es trotzdem gern einmal versuchen. 
 
Einen normalen Tag in den Ostalpen erkennt man daran, dass irgendwas nicht normal ist
Gute Flugtage, um die Alpen von Norden her zu befliegen, sind relativ selten. Im Grunde gibt es im Sommer etwa alle ein bis zwei Wochen je ein bis zwei Tage, in denen man sinnvoll in die Berge einsteigen kann. Großräumig (z.B. beiderseits des Alpenhauptkammes) mit gewöhnlichen Flugzeugklassen fliegbare Tage sind sogar noch seltener. Sollen sie dann noch ganztägig von vormittags bis abends nutzbar sein, bleibt jedes Jahr nur eine kleine Handvoll von Gelegenheiten übrig. Und auch diese haben meistens irgendeinen meteorologischen „Haken“.
Umso verständlicher ist es, dass ich ganz aufgeregt war, als sich für die Woche nach der Sommersonnenwende in den Höhenvorhersagen des DWD eine Lage abzeichnete, die alle diese Bedingungen gewährleistet: Ein Anflug von „Omega“ in den Isohypsen. (…)

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