segelfliegen magazin Ausgabe 02-2026

Dichtestress am Himmel – darum geht es in unserm Top-Thema in der aktuellen Ausgabe. Sebastian Kawa, Wolfgang Janowitsch, Bert Schmelzer und Aude Untersee diskutieren mit unserem Chefredaktor über die Möglichkeiten, Wettbewerbe sicherer zu machen. Ein positives Beispiel ist der Segelflug Grand Prix über den wir künftig als Medienpartner regelmäßig berichten. Aber auch außerhalb von Wettbewerbe muss Sicherheit beim Segelfliegen immer an erster Stelle stehen – dazu nehmen wir Sie mit zu einem Gebirgssegelfluglager, lernen aus einem Seilriss-Unfall und wie man ihn vermeidet, wenn man die Risiken einer Startunterbrechung im Windenstart kennt. Dann aber dürfen Sie wunderschöne Flüge genießen so wie unsere Autoren, die Ihnen zeigen, wie Sie bei guten Wetterlagen die richtigen Entscheidungen treffen, die Sie mitnehmen auf einen mutigen Flug von Prievidza nach Radevormwald, auf einen Traumflug von Samaden nach Serres und auf einen spannenden Wandersegelflug durch Mitteleuropa inklusive heißer Tipps, damit alles gelingt. Dass aber auch Wetterfüchse mal danebenliegen können und am Ende doch alles gut wird, zeigt die meteorologische Achterbahnfahrt vom 09.08.25. Ganz easy dagegen unsere Oldie-Piloten, egal ob beim Pilot’s Report der Moswey 3 oder bei der VGC-Ralley in Hosin. Wie man junge Leute für den Segelflug begeistert das zeigt die engagierte Truppe des Landsberger Segelflugvereins Geratshof und auch ein Blick über den Tellerrand zur U. S. Air Force Soaring Academy. Kein Flug aber ohne das passende Equipment: unser Autor hat Airdata Indicator ADI2 getestet und wir werfen einen Blick auf die Entstehung des HAWK. Und wie immer zum Schluss unsere launige Kolumne – leider ohne Palme dafür mit viel Regen über der Wüste. Viel Spaß bei der Lektüre: hier geht’s zur aktuellen Ausgabe!

Gespannt auf den Inhalt? Dann wirf hier einen Blick hinein:

Lagertag 1 in San Vittore, ICAO-Code LSXV. Es herrscht Fön-Wetter mit einem Hoch nördlich der Alpen und einer Druckdifferenz von gut 10 hPa zwischen St. Gallen und Locarno. Für die meisten Piloten sind dies keine idealen Bedingungen für einen ersten Flugtag. So bleibt genügend Zeit, sich mit den Besonderheiten des Gebirgsflugplatzes in San Vittore vertraut zu machen, der ganzjährig als operative Basis von Heli Rezia genutzt wird.

Das Flugfeld mit der Piste 08/26 wird aus Lochblechen gebildet, welche mehr oder weniger stark mit Gras überwachsen ist. Obwohl sie vor gut 50 Jahren verlegt wurden, funktionieren die Lochbleche immer noch stabilisierend und bilden eine ebene Piste. Nördlich schließt sich eine reine Graspiste an. Durch den beispiellosen Einsatz von einigen segelflugbegeisterten Piloten konnte der ehemalige Militärflugplatz nach über vier ungenutzten Jahrzehnten der Aviatik wieder zugeführt werden. In Zusammenarbeit mit dem BAZL (Bundesamt für Zivilluftfahrt in der Schweiz) war es möglich geworden, diesen Platz für insgesamt 21 Tage pro Jahr in den Monaten März und April für den Segelflug im Rahmen eines Segelfluglagers zu nutzen. Und dies wird nunmehr seit einigen Jahren sehr erfolgreich gemacht.

Geografische Lage und Organisation

Das Flugfeld von San Vittore liegt am südlichsten Ende von Graubünden vom Bernadinopass kommend am Ende des Misox auf einer Höhe von 265 mNN in einem Gebirgstal mit einer Breite von teilweise weniger als 1000 m in der Ebene und daran direkt steil aufragenden Gipfelzügen von ca. 2000 m Höhe. Die TMAs von Locarno sind in direkter Nachbarschaft südlich des Platzes. Weiter nach Süden befindet man sich in italienischem Luftraum, und westlich des Platzes befindet sich der AWY A9.2 ab FL130. Insgesamt sind die Anforderungen für die Piloten hoch, nicht nur für einen Gebirgsflugnovizen wie den Autor. Doch dazu gleich mehr. 

Das Segelfluglager in San Vittore wird durch den Vorstand des Vereins „Gruppo di Volo a Vela San Vittore“ organisiert. Die Flugdienstleiter werden durch die zehn teilnehmenden Fluggruppen gestellt und wechseln täglich. Das Wetterbriefing erfolgt jeden Morgen zum Briefing um 10:00 Uhr, NOTAM und DABS werden bekannt gegeben und der Marketenderwagen wird täglich neu bestückt, damit die Piloten sich einfach am Platz mit frisch belegten Brötchen, Patisserie und Getränken verpflegen können. Die Organisation des Fluglagers ist hervorragend. Es zeigt sich die Erfahrung, welche in den letzten Jahren angesammelt werden konnte. 

Am Platz finden sich über die Dauer des Lagers bis zu 40 Piloten und Pilotinnen gleichzeitig ein. Es herrscht ein lagertypischer, sehr kameradschaftlicher Umgang. Die Teilnehmer der vielen Segelfluggruppen aus der Schweiz und einer Gruppe aus Bayern unterstützen und helfen sich gegenseitig. Der Tagesablauf an Flugtagen sieht immer gleich aus: Spätestens nach dem Briefing werden die Flugzeuge aus den Hängern gezogen und zusammengesteckt und dann auf der Startpiste hintereinander im Päckchen aufgestellt. Sobald sich die ersten Piloten mit ihren Maschinen in der Luft halten können, geht es Schlag auf Schlag. Mit bis zu vier Schleppmaschinen werden in kurzer Zeit alle hochgeschleppt. Je nach Wetter sind die Klinkpunkte Claro, Laura, Matro oder St. Maria, welche dem Schlepp-Piloten durch die Durchreichung der schriftlichen Fluganmeldung vom Starthelfer mitgeteilt werden. Innerhalb von zwei Stunden ist meist das gesamte Feld in der Luft.

Den gesamten Bericht liest du in unserer aktuellen Ausgabe 02-2026

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